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Slow Water: Wie Bauern im Dürresommer 2026 das Wasser auf dem Acker halten

Wie Bruno Zumbrunn müssen viele Landwirte wegen Dürre schon im Sommer ihr Winterfutter aufbrauchen. Mit dem Projekt «Slow Water» soll künftig Regenwasser auf dem Acker und in Speichern bleiben.

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Jürg Vollmer
Aug. 11, 2026
Landwirt Bruno Zumbrunn steht mit verschränkten Armen in einem von Trockenheit gezeichneten Maisfeld. Viele Maispflanzen zeigen bereits braune, vertrocknete Blätter, während andere noch grün sind. Über dem Feld spannt sich ein wolkenloser blauer Himmel; im Hintergrund verläuft ein bewaldeter Hügelzug.
Landwirt Bruno Zumbrunn reicht der Mais kaum bis auf Gurthöhe. Dabei müsste der Futtermais für seine Milchkühe Mitte August drei Meter hoch sein, an jeder Pflanze ein Maiskolben, so lang wie seine Unterarme. (Foto: Jürg Vollmer)

Landwirt Bruno Zumbrunn steht mitten in seinem Maisfeld. «Der Futtermais für meine Milchkühe müsste mir jetzt weit über den Kopf reichen.» Rund drei Meter hoch sollte er sein, mit kräftigen Stängeln und breiten grünen Blättern. An jeder Pflanze ein Maiskolben, so lang wie seine Unterarme.

Stattdessen reicht ihm der Mais kaum bis auf Gurthöhe. Zumbrunn bricht einen Kolben ab und gibt ihn mir in die Hand. Er ist kaum länger als mein Kugelschreiber, die Blätter sind eingerollt. «Ich verliere dieses Jahr durch die extreme Trockenheit 60 Prozent der Ernte.»

Wir erleben 2026 den trockensten Sommer seit Messbeginn. Ohne seinen Futtermais und ohne siliertes Gras wird Zumbrunn seine 40 Original Braunvieh und die Jungtiere nicht durch den Winter bringen. Das Futter reicht kaum bis zum Winteranfang.

Zumbrunnens 35 Hektar Ackerland und 15 Hektar Futterflächen liegen im Bauerndorf Wittinsburg im sogenannten Dreyeckland. Diese Region – Elsass, Nordwestschweiz und Südbaden – gehört im Sommer 2026 zu den am schwersten von Dürre betroffenen Gebieten im deutschsprachigen Raum.

Nahaufnahme eines Maiskolbens in einem von Trockenheit gezeichneten Maisfeld. Eine Hand hält zum Grössenvergleich einen schwarzen Kugelschreiber neben den ungewöhnlich kleinen Kolben; im Hintergrund stehen Maispflanzen mit teilweise vertrockneten Blättern.
Ein kümmerlicher Maiskolbens in dem von der Dürre gezeichneten Maisfeld. Zum Grössenvergleich mein 14 Zentimeter kleiner Kugelschreiber, der Maiskolben sollte bis 30 Zentimeter gross sein. (Foto: Jürg Vollmer)

Was nützt ein Regenwasserspeicher ohne Regen?

Ein paar hundert Meter von seinem Maisacker entfernt baut Zumbrunn einen neuen Milchviehstall. Geplant war, dass hier bald 70 Milchkühe stehen. Stattdessen überlegt er, noch bevor der Stall fertig ist, seinen aktuellen Bestand von 40 Milchkühen zu verkleinern.

Nicht wegen dem sehr tiefen Abnahmepreis für Milch. Nicht wegen neuer Vorschriften. Sondern weil das Wasser fehlt.

«Dabei habe ich unter dem Stall ein Regenwasserspeicher gebaut, der 300’000 Liter fasst», sagt Zumbrunn. Soviel wie ein kleines Schwimmbad – oder 100 Tanklöschfahrzeuge der Dorf-Feuerwehr.

Der Speicher soll das Wasser vom Stalldach sammeln: im Normalfall für die Melkmaschinen-Reinigung, in Dürrezeiten als eiserne Reserve.

Doch der Speicher ist leer. «Seit Anfang Juni 2026 ist kein Regen mehr gefallen. Die Bäche führen kein Wasser mehr, die meisten Quellen sind versiegt.»

Zumbrunns Regenwasserspeicher ist zum Sinnbild eines Sommers geworden, in dem nicht fehlende Innovation das Problem ist, sondern fehlendes Wasser.

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